Exzellentes Management im Gesundheitswesen
18.05.12 06:55

Zitat des Tages

„Wir fordern nicht nur von der Alternativmedizin einen Wirksamkeitsnachweis, sondern auch von der...

08.05.12 16:17

NEU! hmanage Newsletter 450

Der hmanage Newsletter 450 ist erschienen. Wenn Sie diese Nachricht aufgerufen...

20.05.12 06:53

„Das Ende der Schweigepflicht“. Und wie ist das Problem zu lösen?

(Vorabveröffentlichung des Editorials zum hmanage Newsletter 451)

(Siehe dazu auch z.B. die...

08.05.12 15:52

Change by Design

(Vorab-Buchbesprechung zum hmanage Newsletter 450)

 

Brown, Tim, Change by Design, New York 2009,...

Das Ziel: Eine Krankenbehandlung hoher Qualität bezahlbar halten.












Die Realität: Kaum Qualitäts- und Kostentransparenz. Aber teuer.

Deutschlands Gesundheitswesen zählt in vielerlei Hinsicht zur Weltspitze. Mit einem flächendeckenden Leistungsangebot. Mit gut ausgebildeten Menschen. Mit einer - alles in allem - geradezu opulenten Ausstattung. Mit einem fast unbeschränkten Zugang  zum  Weltmarkt aller Güter und Leistungen für die Behandlung jedes einzelnen Patienten. Und mit einer Krankenversicherung, die nahezu niemanden auslässt.

Dabei ist nicht einmal annähernd klar, welche Wertschöpfung als Gegenwert für die Patienten daraus erwächst. Die allenthalben behauptete "hohe Qualität" ist - von punktuellen Spitzenleistungen abgesehen - eher Wortgeklingel. Für mehr als ein Mittelmaß fehlen allen Qualitätsbeteuerungen zum Trotz handfeste Qualitäts-Nachweise. Schon was die Notwendigkeit und die Wirksamkeit vieler Behandlungen betrifft. Von der Methoden- und Ergebnistransparenz der Leistungen nicht zu reden!

  • Bislang besteht kaum eine nachvollziehbare Ergebnistransparenz.

Deutsche Ärzte sind es nicht gewohnt, ihr Handeln begründen zu müssen. "Laien" gegenüber schon gar nicht. Zudem dokumentieren sie ungern: "Bürokratie!" Beides mag am eher schwachen "sauberen Wissen" (Antes) liegen, was die Kausalität von Behandlung und Ergebnis betrifft. Hinzu kommt: Ärzte sehen zumeist nur einen bruchstückhaften Ausschnitt des Behandlungsverlaufs "ihrer" Patienten. Die Fragmentierung der Behandlung wird zwar allenthalben beklagt, doch kaum je ernsthaft in Frage gestellt. Das könnte ja Interessen gefährden! 

  • Prozesse und Strukturen sind bisher kaum faktengestützt standardisiert

Auf strukturelle Mindestvoraussetzungen einer guten Behandlung wird geachtet ("Strukturqualität") . Für "ca. 20% aller stationären Behandlungen" (Mohr) gibt es dank AQUA/SQG (früher BQS) erst nach jahrelangem Ringen Nachweiselemente zur Einhaltung einer gewissen Mindestqualität bei Indikation und Prozesselementen ("Prozessqualität") und zu wenigen Ergebnissen ("Ergebnisqualität"). Ausreißer nach unten werden allerdings "eingefangen". Dies alles zum bald bundeseinheitlichen "Festpreis" (Bundesbasisfallwert, Bewertungssrelationen von G-DRGs).

  • Die Transparenz verschwindet allerdings in der Durchschnittskalkulation.

Ärzte leisten dem auch noch Vorschub: Wer nicht allein auf beste Ergebnisse (und die geringste Belastung) für jeden Patienten zielt und - auch unter dem Druck zu einem missverstandenen ökomischen Handeln "von oben" - Überflüssiges tut oder veranlasst, weil es zusätzliches Geld bringt, wer bei unveränderten Erlösen die Öffnungszeiten seiner Praxis kürzt und sich als Krankenhausarzt an einem erlös-optimierenden Kodieren  beteiligt, macht etwas grundfalsch. Kein Wunder, wenn da das Patientenvertrauen schleichend bröckelt!

  • Ohne Ergebnistransparenz auch keine sinnvolle Gesundheitsreform.

Die Politik doktert an einer "gerechteren" Finanzierung herum und bringt dabei auch noch die bescheidensten Anfänge ins Trudeln (BQS, IQWiG), für breite Methoden-, Verlaufs- und Ergebnistransparenz der Routine zu sorgen. Und dafür wirksame Anreize zu schaffen. Stattdessen nimmt sie immer noch ungerührt hin, dass nach wie vor für unbewiesene Methoden und die kontraproduktiv fragmentierte Organisation der Krankenbehandlung  viel Geld verschwendet wird: Die "Zitrone" ist noch lange nicht "ausgepresst"! Das Geld ist teilweise nur ziemlich falsch verteilt!

Bearbeitungsstand: 12.02. 2012.













Die Therapie: Ein am Patientennutzen orientiertes Management.

Politik sollte für die nötigen Anreize sorgen, das Richtige zu tun. Zu den dort zu schaffenden Rahmenbedingungen gehören Mindestergebnisse der Krankenbehand-lung (inklusive Vermeidung von Komplikationen und Nebenwirkungen) sowie die Verpflichtung auf Methoden- und Ergebnistransparenz. Der Schlüssel für nachhaltige Verbesserungen liegt im Übrigen vor Ort. Natürlich bei Ärzten, Pflegekräften und anderen Health Professionals, doch vor allem an der Spitze der Gesundheitsinstitutio-nen: Bei einem nachvollziehbar am Patientennutzen orientierten Management. Von den Verantwortlichen ist künftig mehr zu fordern als ökonomischer Erfolg von der "schwarzen Null bis zur Maximierung des "Shareholder Value":

  • Eine dauerhafte Bezahlbarkeit der Erzielung der bestmöglichen Gesundheit.

Genauer gesagt eine nachweislich hohe Behandlungsqualität (= Medical & Service Outcomes). Eine hohe Wertschöpfung für jeden einzelnen Patienten und für die Gesell-schaft [Patientennutzen (Value) = (Medical & Service Outcomes) / Cost Outcomes] im nationalen und im internationalen Vergleich. Und deren kontinuierliche Verbesserung. Aus fachlicher Sicht und aus der informierten Sicht von Patienten und Angehörigen. Das wird ohne durchgreifende Verbesserung der Arbeitsbedingungen oft nicht zu haben sein. Umso wichtiger ist auch die Sicht der Mitarbeiter. Zunächst - entsprechend kommuniziert - bei den Pionieren unter den Leistungserbringern. Dann werden die anderen schon folgen.

  • Es geht - mit anderen Worten - um den höchstmöglichen Stakeholder Value.

Der müsste - nicht zuletzt mit Hilfe der Politik - zum Auswahlkriterium für die Anbieter von Gesundheitsleistungen (und für die Krankenversicherung) werden. Die sollten sich dafür sukzessive bestmöglich (neu) organisieren können. Dann würden sich angesichts einer heute keineswegs schlechten Dotierung des Gesamtsystems die leichtfertigen Forderungen nach einer „Priorisierung“ oder „Rationierung“ rasch in Luft auflösen. Es würde nur ungleich weniger Geld auf dem Wege zu den Patienten versickern. So etwas lässt sich nicht durch Vorschriften erzielen. Das bedürfte eines konsequenten und mitreißenden Managements. Auf diese Prinzipien verpflichtet:

  • Menschlichkeit, Qualität und ethisches Verhalten zur Maxime zu machen.
  • Bei Patienten und Ärzten zum Leistungserbringer der Wahl zu avancieren.
  • Mit immer besseren Behandlungsergebnissen die Nachfrage zu steigern.
  • Jegliche Verschwendung systematisch 'auszukehren'.
  • Ein immer noch besserer Arbeitgeber zu sein als schon heute.
  • Im öffentlichen Ansehen zum vielgelobten 'Leuchtturm' zu werden.
  • Damit konkurrenzlos gute finanzielle Ergebnisse zu erzielen.

Wohlgemerkt unter den gleichen Randbedingungen der staatlichen Reglementierung wie alle anderen Leistungerbringer. Doch mit dem in diesem Zusammenhang zwingend zu schaffenden - jedermann zugänglichen - Nachweis, dass es sich hier keineswegs (wie bei den vorgeschriebenen "Qualitätsberichten") um ein Täuschungsmanöver oder um 'Werbelyrik' handelt, sondern um eine Faktenbeschreibung. Auf dem Weg zu immer besseren Ergebnisse wird jede Menge Anregung geboten:

  • Mit praktischer Managementerfahrung in (Groß-)Projekten und an der Spitze von Gesundheitsunternehmen,
  • Mit Einblick in eine Vielzahl unterschiedlicher Gesundheitsinstitutionen und -systeme in Deutschland, in (fast ganz) Europa und in den USA,  
  • Mit Management- und Methoden-Know-how, das mit hohem Aufwand stets auf dem neuesten Stand der Erkenntnis gehalten wird
  • Mit Durchblick aus einem wirklich langjährigen Befassen mit ergebnisorientierten arbeitsteiligen Behandlungsprozessen

Das erfordert neben Systemdenken, Zielklarheit und Stehvermögen Erfahrung und Weitsicht. Und die Bereitschaft, um besserer Ergebnisse für den Patienten - anders ausgedrückt um  eines höheren Patientennutzens - willen auf Gewohntes zu verzichten. Vielleicht sogar auf diese oder jene lieb gewordende Pfründe. Das Wichtigste aber ist es anzufangen! Ohne auf den Gesetzgeber oder die Nachbarn im Geleitzug der Leistungserbringer zu warten. Vor Ort. Dort, wo man steht.

Bearbeitungsstand: 24.03. 2012.


Sich zum exzellenten Gesundheitsunternehmen weiterentwickeln.


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